Blindgängerverdachtspunkt: Vorbereitungen auf mögliche Evakuierung laufen

Symbolbild

Auf Höhe des Gerhart-Hauptmann-Weges 4 in Herdecke wurde ein sogenannter Blindgängerverdachtspunkt entdeckt. Dies ist im Zuge einer geplanten Erneuerung der Frischwasserleitungen durch die DONetz aufgefallen. Für Bodeneingriffe jeder Art wird über die Stadt Herdecke als örtliche Ordnungsbehörde routinemäßig bei der zuständigen Bezirksregierung die Auswertung der Luftbilder nach den Angriffen aus dem zweiten Weltkrieg beantragt. „Der festgestellte Blindgängerverdachtspunkt hat entsprechende Maßnahmen des Landeskampfmittelbeseitigungsdienstes zur Folge, um den Verdacht zu beseitigen bzw. zu erhärten“, erläutert der städtische Rechtsdezernent Dr. Lars Heismann. Eine Oberflächendetektion und ein Georadarbericht gaben keinen weiteren Aufschluss über eine Kampfmittelbelastung, so dass jetzt als nächste Maßnahme eine Bohrlochdetektion durchgeführt werden muss.

Ab Mittwoch, den 17. Oktober 2018, werden daher Bohrlöcher auf dem betroffenen Grundstück eingebracht, was sich je nach Bodenbeschaffenheit über zwei Tage hinziehen kann. Erhärtet sich der Verdacht auf eine Kampfmittelbelastung, wird der Blindgänger freigelegt und - falls erforderlich - entschärft. Vor einer Entschärfung muss ggf. zuvor ein vom Kampfmittelbeseitigungsdienst vorgegebener Radius evakuiert werden. „Wird kein Blindgänger gefunden, findet keine Evakuierung statt“, so Dr. Lars Heismann.

Für den Kampfmittelbeseitigungsdienst bedeutet der Ablauf seine tägliche Arbeit. „Nach Aussage der erfahrenen Fachleute erhärtet sich der Verdacht auf einen Blindgänger in 80% Prozent der Fälle nicht“, macht der Rechtsdezernent deutlich. Nichtsdestotrotz möchte die Stadtverwaltung die Bevölkerung auf eine mögliche Evakuierung vorbereiten. Daher werden aktuell an die in dem Radius befindlichen Bewohnerinnen und Bewohner Flugblätter verteilt. Darin werden allgemeine Informationen zum Ablauf, aber auch schon konkrete Hinweise für den möglichen Fall der Evakuierung gegeben.

Welche Straßen und Hausnummern liegen im möglichen Evakuierungsbereich?

Am Sonnenstein 30-52
Am Sonnenstein 35-55a
Auf den Brennen 6-20
Auf den Brennen 17-29
Freiligrathstr. 20-28
Freiligrathstr. 45+47
Gerhart-Hauptmann-Weg 2+4
Gerhart-Hauptmann-Weg 10+12, 24+22
Gerhart-Hauptmann-Weg 1-25
Gildenweg 1-14
Habigstr. 14-24
Hermann-Oberth-Str. 2-6
Hermann-Oberth-Str. 1-11
Im Lerchenfeld gesamt
Lilienthalstr. 2-24
Vinkenbergstr. 12-18
Vinkenbergstr. 13-17
Zunftstraße gesamt

Wie viele Bewohnerinnen und Bewohner sind eventuell betroffen?

Insgesamt leben rund 800 Menschen in einem Radius von circa 250 Metern zum Blindgängerverdachtspunkt.

Wann steht fest, ob evakuiert werden muss?

Voraussichtlich am Abend des 17. Oktober 2018 lässt sich eine Aussage darüber treffen, ob tags darauf eine Evakuierung stattfinden muss oder nicht. Eventuell dauern die Bohrungen aber auch länger.

An welchen Tagen könnte es dann zu einer Evakuierung kommen?

Sollte sich der Blindgängerverdachtspunkt bestätigen, würde je nach Fortschritt der Bohrungen aller Voraussicht nach am 18. oder 19.Oktober evakuiert werden müssen.

Wo können sich die Bürgerinnen und Bürger über das Ergebnis der Bohrungen informieren?

Auf der städtischen Homepage www.herdecke.de wird unmittelbar nach Abschluss der Bohrungen informiert. Darüber hinaus werden die Medien unmittelbar unterrichtet.

Gibt es auch eine Hotline?

Bereits im Vorfeld der Bohrungen wird es eine Hotline geben, an die sich die Bürgerinnen und Bürger mit Fragen wenden können. Insbesondere Personen, die einen Bustransfer oder Krankentransport benötigen, werden gebeten, sich ab dem 08. Oktober 2018 unter der Nummer zu melden.

Wie erfahre ich von der Evakuierung?

Am schnellsten informiert ist man - auch schon tags zuvor - über die städtische Homepage www.herdecke.de. Sollte es zu einer Evakuierung kommen, wird dies in den betroffenen Straßen durch Lausprecherdurchsage und persönliche Ansprache von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung bekannt gegeben.

Wird eine Sammelstelle eingerichtet?

Für Bewohnerinnen und Bewohner, die am Tag der möglichen Evakuierung nicht ohnehin berufstätig sind oder anderweitig z. B. bei Freunden oder Familie unterkommen können, richtet die Stadt Herdecke eine Sammelstelle am Gymnasium an der Hengsteyseestraße 40 ein. Dort kümmern sich die Johanniter um die Versorgung der Personen. Die Verkehrsbetriebe stellen den Transport in das Schulzentrum sicher. Die Freiw. Feuerwehr wird den Stab für außergewöhnliche Ereignisse (Verwaltungsstab) unterstützen und bildet ebenfalls eine Einsatzleitung. Hier werden in mehreren Einsatzabschnitten alle erforderlichen Maßnahmen - wie Patiententransporte - koordiniert und dokumentiert.

Können Haustiere mit in die Sammelstelle genommen werden?

Nein, Haustiere müssen anderweitig untergebracht werden. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, sich rechtzeitig um eine eventuell notwendige Betreuung der Haustiere zu kümmern.

Welche Zufahrtstraßen würden im Fall einer Evakuierung gesperrt werden?

  • Am Sonnenstein ab Einmündung Gildenweg
  • Gerhart-Hauptmann-Weg ab Einmündung Koenenstraße
  • Von der Zeppelinstraße aus die Einfahrten:
    • Hermann-Oberth-Straße und Lilienthalstraße
    • Auf den Brennen
    • Freiligrathstraße
    • Kleffweg

Sind darüber hinaus auch Fußwege betroffen?

Ja, nämlich:

  • Vinkenbergstraße  (Spielplatz)
  • Oststraße und Heinrich-Heine-Platz in alle Richtungen
  • Verbindungsweg Ruhrblick/Zunftstraße
  • Alle Waldwege vom Waldfriedhof ausgehend in Richtung Kleffweg, Auf den Brennen, Gerhart-Hauptmann-Weg

Wie erfahre ich vom Ende der möglichen Evakuierung?

Am schnellsten informiert ist man über die städtische Homepage www.herdecke.de. Mit Aufhebung der Evakuierung, die voraussichtlich im Laufe des Nachmittages des entsprechenden Tages erfolgen kann, würden dann auch die Straßen- und Wegesperrungen aufgehoben.