vom: 04.02.18 16:28
Kategorie: 2018 Meldungen

Feuerwehr Herdecke zieht eine gute Bilanz aus dem Jahr 2017 – Zentraler Wachenstandort muss dringend erweitert werden

Die Jahresdienstbesprechung der Freiw. Feuerwehr Herdecke fand vor kurzem in der Wache am Herdecker Bach statt. Auf der Tagesordnung standen Reden, die Jahresstatistik und auch Ehrungen und Beförderungen.

Der Leiter der Feuerwehr Hans-Jörg Möller begrüßte gut 100 Anwesende, darunter die Bürgermeisterin Dr. Katja Strauß-Köster und Kreisbrandmeister Rolf-Erich Rehm. Leider waren in diesem Jahr nicht viele Kommunalpolitiker der Einladung gefolgt.

In seinem Grußwort machte Feuerwehrchef Möller darauf aufmerksam, dass die Feuerwache dringend mehr Stellplätze für Einsatzfahrzeuge und mehr Parkplätze für Einsatzkräfte an der Wache benötigt. Beim Sturm Friederike platzte die Wache „aus allen Nähten“ und die Kameraden mussten sogar an der Bundesstraße parken. Um derzeit alle Fahrzeuge unterzustellen, sind diese derzeit sehr eng gestellt. Dies alles verstößt gegen Unfallverhütungsvorschriften. Bindemittel, Sandsäcke und weitere Materialien sind behelfsmäßig in einem offenen Carport und einem nicht mehr dichten Überseecontainer gelagert. Dies ist nicht mehr zeitgemäß.

Die Bürgermeisterin Dr. Katja Strauß Köster dankt allen Einsatzkräften für ihren unermüdlichen und manchmal nicht ungefährlichen Einsatz. Zum Thema Ölspuren und Hubschrauberlandungen am Krankenhaus gibt es für die Einsatzkräfte noch keine Neuigkeiten. Jedoch kann in Kürze mit positiven Ergebnissen und einer Entlastung der Feuerwehr gerechnet werden.

Kreisbrandmeister Rolf-Erich Rehm berichtete vom neuen Gefahrenabwehrzentrum und geht auf eine von der Kreispolitik unglückliche Aussage ein: „Im Ennepe-Ruhr-Kreis gibt es keinen Qualitätsunterschied zwischen Berufsfeuerwehr und Freiw. Feuerwehr. Alle Feuerwehren spielen im Ennepe-Ruhr-Kreis in der Champions League und die Freiwilligen Feuerwehren nicht - wie geäußert - in der Kreisklasse.“

Der stellv Leiter der Feuerwehr Bernd Elberfeld ging näher auf die Statistik ein: So wurden im letzten Jahr 421 Einsätze absolviert. Dies sind neun mehr als im Vorjahr. Jedoch gingen die Einsatzstunden zurück. Im letzten Jahr wurden 4.318 Stunden (dies ist der niedrigste Wert seit 2011) von den ehrenamtlichen Einsatzkräften abgeleistet. 85 Personen und 27 Tiere wurden im letzten Jahr gerettet.

Es wurden insgesamt 69 Brände gelöscht (kein Großbrand), 161 Hilfeleistungen, 76 blinde Alarme (davon 11x eine neue Großgarage im Meinrad Miltenberger Weg), 2 böswillige Alarme, 63 ABC-Einsätze (davon 61 Ölspuren) und 50 sonstige Einsätze (13 Hubschrauberlandungen am GKH) bearbeitet. 50 Personen wurden leicht, 7 schwerverletzt und 10 Personen verstarben leider bei Einsätzen. Ein Feuerwehrmann verletzte sich im Einsatz leicht. In Herdecke entstand ein geschätzter Sachschaden von 478.890 Euro.

Christian Arndt, ebenfalls stellv. Leiter der Feuerwehr, ging in seiner Rede auf die massive Mitgliederwerbungskampagne und Personalgewinnung des Vorjahres ein. So konnte der Mitgliederbestand von 87 auf 99 Kräfte ausgebaut werden. Auch der Anteil der Frauen nimmt immer mehr zu. Zur Mitgliederwerbung geht die Feuerwehr ungewöhnliche und neuartige Wege. So wurden Einkaufswagen in einem Supermarkt mit einer Personalwerbung versehen. Auch eine Feuerwehr Arbeitsgemeinschaft mit der Realschule hat stattgefunden. Arndt bedankte sich bei seinen Kameraden für die tatkräftige Unterstützung: Im Bereich Mitgliederwerbung wurden 1.800 Stunden und im Bereich der Brandschutzerziehung 232 Stunden geleistet. Dies alles war nur durch die ehrenamtliche Mithilfe der Kameraden neben den Einsätzen möglich. Erfolge sieht er auch in der Brandschutzerziehung: 13x wurde ein Kleinbrand durch einen Rauchwarnmelder erkannt. „Ein Beleg dafür, dass Rauchwarnmelder Leben retten und Sachschäden minimieren“, so der Vize Feuerwehrchef abschließend.

Der Gruppensprecher Jugendfeuerwehr berichtet ebenfalls über viele Aktivitäten im vergangenen Jahr. So wurde im Herbst eine Jugendfreizeit an der Ostsee absolviert. Auch die Ehrenabteilung trifft sich regelmäßig und hat verschiedene Unternehmen in Herdecke besucht und besichtigt.

Notfallseelsorger Karl-Heinz Schanzmann führte die Totenehrung durch. Er erinnerte an zwei im Einsatz (Sturm Friederike) verstorbene Kameraden – „Der Einsatz im Sinne der Allgemeinheit ist nicht ungefährlich“ - und an eine vor kurzem verstorbene Führungskraft der Freiw. Feuerwehr Herdecke. Es wurde eine Minute innegehalten.

Zum Schluss standen Ehrungen und Beförderungen auf der Tagesordnung: Zum Feuerwehrmann (-frau) wurden Vanessa Strauß, Jan Glingener, Abdel-Kader Hanan, Fabian Leopold und Michele Leontijevic befördert. Zum Oberfeuerwehrmann (-frau): Elisa Nestler, Luca Rykena und Dominik Lemke. Hauptfeuerwehrmann wurden Nico Emmerling, Phillip Krähling, Kevin Lewoldsen, Johannes Regener und Nils Hausschulz. Unterbrandmeister nach bestandener Prüfung: Matthias Döneke, Jens Glingener, Marko Schöpper und Dominik Kretz. Frank Lenz wurde zum Oberbrandmeister befördert. Hauptbrandmeister ist nun Dennis Tilcher. Till Michael Tillmanns wurde nach bestandenem Lehrgang zum Brandinspektor befördert und gleichzeitig zum stellv. Einheitsführer ernannt. Brandmeister Clemens von Studnitz und Hauptbrandmeister Frank Söhnge wurden zu stellv. Gruppenführern ernannt. Brandoberinspektor Sascha Kay zum Einheitsführer. Hauptbrandmeister Peter Thiele wurde erneut zum Gruppenführer ernannt und wurde dann von der Bürgermeisterin mit dem Feuerwehr Ehrenkreuz in Silber für 25 Jahre Feuerwehrdienst geehrt. Eine Ehrenurkunde bekamen auch Florian Schönefuß und Jens Schumacher für 10 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr.