Chemikalienschutzanzug

Besondere Anforderungen an die Schutzkleidung der Feuerwehrleute werden bei Einsätzen mit atomaren, biologischen oder chemischen Stoffen und Gütern gestellt. Diese Stoffe sind oft giftig, ätzend oder brennbar. Teilweise auch alles zusammen. Sie werden zum Teil nicht nur über die Atmung sondern auch über die Haut aufgenommen. Kurzum: Die Gefahren sind vielfältig.

 

In manchen Fällen sind Kennzeichnungen dieser Stoffe nach Unfällen oder Bränden auch gar nicht mehr lesbar. Die Feuerwehr weiß also vielleicht zunächst gar nicht, welche Gefahr von diesem Stoff ausgeht. Werden dann Einsatzkräfte in den Gefahrenbereich geschickt, um ein Leck abzudichten, Proben zu entnehmen oder Messungen zu machen, tragen die eingesetzten Feuerwehrleute einen Chemikalienschutzanzug.

 

Bei diesem Schutzanzug handelt es sich um einen luft- und wasserdichten sowie säurebeständigen Gummianzug. Im Inneren des Anzugs wird ein Atemschutzgerät getragen. Die ausgeatmete Luft kann über spezielle Ventile entweichen. Trotzdem bläht sich der Anzug bereits nach kurzer Zeit auf. Die Feuerwehrleute sehen dann aus wie Michelin-Männchen; und genauso gut können sie sich dann noch bewegen. Die teilweise feinfühligen arbeiten um zum Beispiel Leckagen abzudichten fallen mit den dicken Gummihandschuhen dann sehr schwer.

 

Im Anschluss an den Einsatz, der in diesem Anzug maximal 20 Minuten dauert, werden die Feuerwehrleute unter einen speziellen Dusche gereinigt, um die Reste des gefährlichen Stoffs vom Anzug abzuspülen. Das Reinigungswasser wird gesammelt und nachher von einem Fachbetrieb als Sondermüll entsorgt. Je nach Stoff, mit dem der Anzug in Kontakt gekommen ist, droht ihm das gleiche Schicksal. Bei vielen Stoffen ist jedoch im Anschluss eine Spezialreinigung durch den Hersteller der Anzüge möglich.

 

Die körperliche Belastung im Chemikalienschutzanzug ist enorm. Zum einen das Gewicht des Atemschutzgerätes und des Anzuges selber, zum anderes der nicht atmungsaktive Gummianzug, bringen den Träger an die Belastungsgrenze. Selbst nach Übungen kann man die am Anzug befestigten Stiefel förmlich auskippen.