Chemieunfall im Gewerbegebiet Loerfeld

Ein Großaufgebot der Feuerwehr rückte am Mittwoch, den 07.08.2013, gegen 13 Uhr zu einem Chemieunfall in einem Herdecker Gewerbegebiet aus. Ein Lastwagen hatte verschiedene Chemikalien geladen, die eine starke Geruchsbelästigung verursachten. Die Bevölkerung war zu keiner Zeit in Gefahr. Erst nach 15 Stunden war der aufwändige Einsatz beendet.

Zuerst wurden der Feuerwehr aus einem anderen Gewerbegebiet Gasgeruch gemeldet. Die ersten Kräfte der Feuerwehr konnten dort jedoch keine Gaskonzentration messen. Zeugen berichteten daraufhin, dass kurz zuvor ein Gefahrgutlastwagen durch das Gewerbegebiet gefahren war, der stark gestunken habe. Feuerwehr und Polizei verfolgten die Spur des Lastwagens, der mit verschiedenen chemischen Abfällen beladen war, schließlich bis in ein benachbartes Gewerbegebiet. Der LKW war bereits in der Lagerhalle einer Entsorgungsfirma abgestellt. Jedoch war ein stechender Geruch schon auf der Straße wahrnehmbar.

Daraufhin wurde der Bereich um die Lagerhalle weiträumig abgesperrt und die umliegenden Firmen und Wohnhäuser geräumt. Da nach diesen Maßnahmen zunächst keine akute Gefahr für Menschen mehr bestand, wurden diverse Behörden und Spezialkräfte zur Unterstützung angefordert. Messungen mit besonderen Geräten eines aus Essen angeforderten Spezialfahrzeuges des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz ergaben eine erhöhte Konzentration von Tetrahydrothiophen. Mehrere Chemiker, darunter auch ein Fachberater der Feuerwehr, konnten eine Gefahr durch den Inhalt des Lastwagens für die nähere Umgebung nicht ausschließen. Seitens der Bezirksregierung Arnsberg wurde eine sofortige Entsorgung der Ladung und Reinigung des Lastwagens angeordnet. Dazu wurde von der Feuerwehr eine Spezialfirma zur Unterstützung hinzugezogen.

In den späten Abendstunden begann dann das Umladen der bunt gemischten chemischen Ladung des Lastwagens in luftdichte Behälter. Dazu gingen Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Spezialfirma mit Chemikalienschutzanzügen und Atemschutzgeräten in den Gefahrenbereich vor. Parallel dazu stellte die Feuerwehr den Brandschutz sicher, da von dem Stoff neben der Gefahr der Reizung von Schleimhäuten auch ein erhebliche Brand- und Explosionsgefahr ausgeht. Eine auf der Ladefläche des Lastwagens befindliche unbekannte Flüssigkeit sorgte jedoch zunächst für Verzögerungen. Diese musste vor dem Umladen abgesaugt werden. Weiterhin wurden die Kanaleinläufe vorsorglich abgedichtet.

Zum Schutz der Bevölkerung wurden in den umliegenden Wohngebieten immer wieder Messungen durchgeführt. Dafür wurde die Analytische Task Force (ATF) der Feuerwehr Dortmund zur Unterstützung geholt. Diese kann mit ihren sensiblen Messgeräten selbst kleine Konzentrationen verschiedenster Gefahrstoffe aufspüren. Die Messungen blieben während des gesamten Einsatzes negativ.

Während des 15-stündigen Einsatzes versorgten Einsatzkräfte der Johanniter-Unfall-Hilfe die Einsatzkräfte in ihrer Unterkunft am Rande der Absperrgrenze. Hier wurde auch die Befehlsstelle der Feuerwehr eingerichtet. Auch ein Rettungswagen der Johanniter wurde zum Schutz der Einsatzkräfte an der Einsatzstelle bereitgehalten. Die Feuerwache in Herdecke wurde in der Zeit des Einsatzes durch Kräfte der Feuerwehr Wetter und des THW Wetter/Herdecke besetzt. Von diesen Kräften mussten insgesamt drei weitere Einsätze bewältigt werden.

Neben der gesamten Herdecker Feuerwehr waren die Feuerwehren aus Wetter und Gevelsberg mit je einem Löschzug, die Feuerwehr Dortmund mit mehreren Messfahrzeugen, die Kreisfeuerwehrzentrale mit einem Atemschutzgerätewagen, das THW, die JUH und diverse Behörden des Landes NRW und der Stadt Herdecke am Einsatz beteiligt.

Zwei Feuerwehrangehörige verletzten sich bei dem Einsatz leicht.

Die Polizei hat mit den zuständigen Behörden die Ermittlungen zur Unglücksursache aufgenommen.