"Berufsfeuerwehr Herdecke" hatte viel Spaß

Die Jugendfeuerwehr Herdecke veranstalte am Wochenende ein "Berufsfeuerwehr Wochenende". Auch das Technische Hilfswerk sowie die Johanniter nahmen an dieser 24-stündigen Veranstaltung teil.

Den 44 Kindern- und Jugendlichen sollte der Alltag einer Berufsfeuerwehr näher gebracht werden. Daher wird genau dieser Tagesablauf simuliert. Hierzu war zu Spitzenzeiten ein 20 köpfiges Betreuerteam erforderlich. Der 24 Stunden Dienst begann am Samstag um 10:45 Uhr mit der Diensteinteilung und dem Fahrzeugcheck. Die Jugendfeuerwehr besetzte für das Jahresevent echte Löschfahrzeuge. Das THW rückte mit mehreren Gerätekraftwagen und die Johanniter mit einem echten Rettungswagen an.


Während der Wachausbildung ertönte um 11:17 Uhr der Alarmgong: Technische Hilfe Wasser Am Dallberg. Hier war ein Hydrant undicht. Ein Löschfahrzeug rückte aus und dichtete den Hydranten ab. Weiter ging es nach dem Mittagessen mit einer kleinen Tierrettung und mit einem Mülltonnenbrand. Eine intensive Ölspur wurde am Nachmittag aus der Rehbergstraße gemeldet. Alle Lagen wurden durch ein Vorbereitungsteam realistisch dargestellt: Für die Ölspur wurde Wasser mit etwas Kakaopulver genommen. Passanten staunten am Rehberg nicht schlecht, dass zwei Feuerwehrleute eine unbekannte Flüssigkeit auf die Straße gossen und wieder verschwanden. Kurze Zeit später trafen die Jugendfeuerwehr und das THW ein und streuten die Straße ab. Wie im echten Leben musste das kontaminierte Bindemittel wieder aufgenommen werden.

Eine weibliche Person war beim Joggen im Waldgebiet Kermelberg schwer gestürzt. Mit dem Kopf war die 18- jährige auf eine Baumwurzel aufgeschlagen. Auch diese Lage wurde realistisch mit Kunstblut dargestellt. So realistisch, dass eine Joggerin schon vor Eintreffen der Einsatzkräfte "Erste Hilfe" leisten wollte. Vorbildlich! Der Rettungsdienst der Johanniter versorgte die Person. Mit einem Schleifkorb wurde die Frau aus dem unwegsamen Gelände gebracht.

Laute Hilfeschreie auch aus dem Waldgebiet Im Kleff: Hier war durch ein Unwetter ein Baum auf zwei Personen gestürzt. Eine Person war weit entfernt vom Weg unter dem riesigen Baum eingeklemmt. Die eingeklemmte Person war zudem in Panik geraten. Ein Einsatzfall für Feuerwehr, THW und Johanniter. Neben der Erstversorgung und Befreiung galt es hier auch den Patienten zu beruhigen. Behutsam wurde die Person mit einem Hebekissen befreit und anschließend mit einem Schleifkorb den steilen Berg hinauf getragen. Als der Einsatzleiter zur Nachbesprechung ruft, fragt ein Jugendfeuerwehrmann unsicher: "Haben wir was falsch gemacht?" - "Nein! Im Gegenteil. Ihr habt den Einsatz professionell abgearbeitet und habt zwei Menschen das Leben gerettet", so der Feuerwehr Einsatzleiter. Alle drei Organisationen haben hier wie in der Realität "Hand in Hand" zusammen gearbeitet.

Nach dem Abendessen musste eine hilflose Person hinter einer Wohnungstür im Gewerbegebiet Gahlenfeld befreit und versorgt werden. Am Asternweg wurde am späten Abend eine Personensuche durchgeführt. Auch eine unbekannte Rauchentwicklung in der Nierfeldstraße rief die Nachwuchsfeuerwehrleute.

Der letzte Einsatz war für alle das absolute Highlight: Auf dem Gelände der Mark-E brannte um 5:13 Uhr ein Seecontainer in voller Ausdehnung. Hierbei handelte es sich um einen Brandübungscontainer der Feuerwehr. Mit mehreren C-Rohren wurde im Außenangriff das Feuer bekämpft.

Nach zehn Einsatzübungen war dann nach 24 Stunden Feierabend: Ein gemeinsames Grillen mit Betreuern, Kindern und Eltern rundete das Eventwochenende ab. Alle teilnehmenden Kinder- und Jugendlichen waren von den realitätsnahen Übungen begeistert. Das Berufsfeuerwehr Wochenende schreit nach Wiederholung: "Im nächsten Jahr bitte wieder so ein spannendes Wochenende", sagt einer der Teilnehmer. Erschöpft und zufrieden gingen alle Sonntag nach Hause. Erfreulich war auch die Kooperation mit dem Technischen Hilfswerk und der Johanniter Unfall Hilfe. "Die Betreuer der Jugendgruppen werden auch weiterhin im stetigen Kontakt bleiben, um die Jugendarbeit weiter auszubauen und zu fördern", so der Stadtjugendfeuerwehrwart Fabian Westerhoff. Auch der kameradschaftliche Umgang untereinander stand an diesem Wochenende im Vordergrund.

Nicht vergessen werden darf auch die lange und intensive Vorbereitungszeit eines solchen Wochenendes. Das Team der Jugendfeuerwehr hat wochenlang im Vorfeld geplant. "Wenn man dann die begeisterten Kinder sieht, haben sich die Planungen gelohnt", so Fabian Westerhoff.

Die Jugendfeuerwehr Herdecke sucht weiterhin interessierte Kinder- und Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren. Wer Interesse hat, meldet sich bitte unter jugendfeuerwehr(at)feuerwehr-herdecke.de oder unter (02330) 303-213. Spiel, Spaß und Spannung sind garantiert!