Ammoniakaustritt verursacht ABC-Einsatz in einem Chemiebetrieb

Die Feuerwehren aus Herdecke, Witten, und Wetter mussten am Morgen des 9. Oktobers 2012 um 9:13 Uhr zu einem ABC-Einsatz zur Ewald Dörken AG ausrücken. In einem Lagerraum hatten Mitarbeiter starken Ammoniakgeruch wahrgenommen. Eine angrenzende Produktionshalle war bereits durch das Unternehmen geräumt.

Bei Eintreffen der Feuerwehr wurde zunächst durch Einsatzleiter Hans-Jörg Möller die Lage erkundet. In einem abgeschlossenen Lagerraum war vermutlich Ammoniak ausgetreten. Zunächst war unklar, um was für eine Menge es sich handelte. Deshalb wurden weitere Spezialkräfte der "Sondereinsatzgruppe ABC" aus Witten angefordert. Weiterhin wurden Kräfte aus der benachbarten Gemeinde Wetter angefordert. "ABC-Lagen sind immer sehr personal- und zeitintensiv. Weiterhin ist für die vorgehenden Feuerwehrkräfte immer die größtmöglichste Schutzstufe zu wählen", sagte die anwesende Pressesprecherin Nadine Henkel.

So gingen insgesamt drei Trupps (insgesamt 8 Einsatzkräfte) mit Chemiekalienschutzanzug und Atemschutz in den Raum vor. "Ein Einsatz unter einem solchen Anzug geht schnell an die Belastungsgrenze des Körpers. Weiterhin müssen die Kräfte hierfür speziell ausgebildet sein", so die Pressesprecherin. Nach einer ersten Messung machten sich die Kräfte auf die Suche nach der Leckage und wurden an einem 5 Liter Kanister fündig. Die Chmikalie hatte sich offenbar mit Regenwasser vermengt, so dass man von einer Gesamtmenge von 20 Litern ausgehen musste. Mit einem Spezialbindemittel wurde die Flüssigkeit in dem abgeschlossenen Raum von einem weiteren Trupp aufgefangen und fachgerecht entsorgt. Nach ihrer Tätigkeit in dem kontaminierten Raum verließen die Kräfte über eine "Dekontaminationsstelle" den Gefahrenbereich.

Gleichzeitig stand eine Gruppe oberhalb der Halle bereit, um gegebenenfalls austretende Dämpfe mit Wasser niederzuschlagen. Dies war zum Glück nicht erforderlich. Eine Gefahr für die Anwohner bestand zu keiner Zeit.

Zwei Mitarbeiter des Unternehmens meldeten sich während des laufenden Einsatzes mit Reizungen der Schleimhäute. Sie waren vor Eintreffen der Feuerwehr mit dem Stoff in Berührung gekommen. Die beiden Personen wurden vom bereitstehenden Rettungsdienst versorgt und in ein Krankenhaus zur ambulanten Behandlung transportiert.

Der stellv. Kreisbrandmeister Christian Zittlau (Sprockhövel) sowie Ordnungsamtsleiterin Ilka Biegota waren an der Einsatzstelle und informierten sich über die Lage.

Auch die Polizei war mit mehreren Einsatzkräften im Einsatz. Neben der Ursachenermittlung wurde die Schillerstraße komplett gesperrt. Die Kripo erschien später an der Einsatzstelle.

Insgesamt waren 70 Einsatzkräfte der Feuerwehren und des Rettungsdienstes über viereinhalb Stunden im Einsatz.