Gemeindehaus in der Innenstadt brannte nieder

Am Morgen des 25. Oktobers 2008 gegen 6:49 Uhr bemerkte ein Anwohner hellen Feuerschein in der Friedensstraße. Als die ersten Einsatzkräfte nach nur sechs Minuten eintrafen, brannte das "Philipp-Nicolai-Haus" der evangelischen Kirchengemeinde im Ober- und Dachgeschoss in voller Ausdehnung.

Zunächst wurde erkundet ob Menschen gefährdet waren. Dies konnte jedoch schnell ausgeschlossen werden. Sofort forderte Einsatzleiter Hans-Jörg Möller auch überörtliche Kräfte und Spezialfahrzeuge aus den Nachbarstädten (Witten, Wetter, Dortmund, Sprockhövel, Hagen) zur Unterstützung an.

Die weiträumige Einsatzstelle wurde zur besseren Koordinierung in vier Einsatzabschnitte unterteilt. Die Brandbekämpfung wurde mit Wasserwerfern von drei Drehleitern aufgenommen. Zudem wurden mehrere C-Rohre im Innenangriff und mehrere B-Rohre von außen vorgenommen. "Zu Spitzenzeiten wurden pro Minute 6.100 Liter Wasser zur Bekämpfung des Großbrandes eingesetzt", so Abschnittsleiter Christin Arndt. Eine Ausbreitung auf angrenzende Gebäude konnte durch das gezielte Eingreifen verhindert werden.

Trotz aller intensiven Bemühungen der Blauröcke konnte zunächst nur die Ausbreitung des Brandes verhindert werden. Im Obergeschoss befand sich ein großer Veranstaltungssaal mit Bühne. "Aufgrund der dort gelagerten Gegenstände (Bestuhlung, Kostüme Requisiten, Baustoffe aus Holz) sowie der dort befindlichen Werkstatt, gestalteten sich die Löscharbeiten sehr schwierig" so Einsatzleiter Hans-Jörg Möller. Auch die Teerpappe auf dem Flachdach sowie eine eingestürzte Zwischendecke erschwerten die Brandbekämpfung. Als nach einer halben Stunde der massive Löschwassereinsatz immer noch keine große Wirkung zeigte und ein Innenangriff aufgrund akuter Einsturzgefahr der Dachkonstruktion abgebrochen werden musste, wurde mit einer nicht alltäglichen Technik das Feuer bekämpft: Über die Wasserwerfer der Drehleitern wurde Löschschaum abgeben, der den Brand eindämmte und teilweise erstickte. Zeitgleich wurde der Brandrauch mit Hochleistungslüftern nach außen gedrückt. Gegen 10:39 Uhr konnte "Feuer unter Kontrolle" gemeldet werden. Glutnester wurden mit Hilfe von Wärmebildkameras ausgemacht und anschließend bekämpft. Das Keller- und Untergeschoss konnte gehalten werden, jedoch wurde es erheblich durch Löschwasser beschädigt. Im Laufe des Vormittages wurden wichtige Sachgegenstände (Musikinstrumente, historische Bücher etc.) aus dem Brandobjekt in Sicherheit gebracht.

"Vorsorglich wurde die Bevölkerung von der Polizei aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Mit den Messgeräten der Feuerwehr konnten keine bedenkliche Konzentration von gefährlichen Stoffen nachgewiesen werden", so Abschnittsleiter Christian Arndt. "Zudem waren die Wetterverhältnisse für den Einsatz mehr als günstig". Stärkerer Wind hätte den Funkenflug begünstigt und somit angrenzende Gebäude deutlich mehr gefährdet.

Ein Feuerwehrmann aus Wetter wurde bei den Löscharbeiten durch einen "Schlauchplatzer" leicht verletzt (Augenverletzung) und zur Behandlung in ein Hagener Krankenhaus eingeliefert.

Auch Kreisbrandmeister Rolf-Erich Rehm und Bezirksbrandmeister Hartmut Ziebs waren an der Einsatzstelle und informierten sich gemeinsam mit Bürgermeister Hans-Werner Koch auf einer Besprechung mit der Einsatzleitung über die Lage in der Herdecker City. "Die Zusammenarbeit aller Kräfte hat an dieser Einsatzstelle mal wieder vorbildlich funktioniert", so Kreisbrandmeister Rehm.

Am frühen Vormittag kam der Verkehr in der Herdecker Innenstadt zum Erliegen. Sowohl die Wetterstraße und die Stiftsstraße mussten durch die anwesende Schutzpolizei komplett gesperrt werden.

Insgesamt waren über 130 Einsatzkräfte mit 40 Fahrzeugen im Einsatz. "Die letzten Kräfte konnten erst am Abend von der Brandwache abgezogen werden", so Pressesprecher Ulrich Barstadt.