Großbrand im Recycling-Betrieb - 185 Einsatzkräfte im Dauereinsatz

Zu einem Brand in einem Recycling-Betrieb wurde die Feuerwehr Herdecke am Mittwoch, 25.06.2008 um 21.12 Uhr gerufen. Mehrere Anwohner hatten schwarzen Rauch aus einer Lagerhalle eines Recycling-Betriebes im Herdecker Gewerbegebiet Loerfeld gemeldet. Der Einsatzleiter der ersten eintreffenden Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Herdecke forderte sofort überörtliche Verstärkung an.

Jeweils ein Löschzug der Berufsfeuerwehr Witten und der Freiwilligen Feuerwehr Wetter trafen unverzüglich an der Einsatzstelle ein. In einem Teilbereich eines ca. 70 x 45 m großen Industriegebäudes brannten unsortierte Recyclingstoffe. Die Einsatzkräfte verhinderten mit einem massiven Löschangriff von mehreren Gebäudeseiten das Ausbreiten des Feuers auf den angrenzenden Bürotrakt. Die Bekämpfung des Feuers musste ausschließlich von außen erfolgen, da die Halle in Vollbrand stand und Einsturzgefahr im Bereich der brennenden Halle bestand. Nachdem die Einsatzkräfte sich mit Spezial-Kettensägen durch ein Rolltor Zugang zum Gebäude verschafft hatten, wurde ein Schaumteppich in die brennende Halle eingebracht. Zu diesem Zeitpunkt waren ca. 185 Einsatzkräfte aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen im Einsatz. Gegen 22.30 Uhr trafen die alarmierten Kräfte des THW Wetter zur Ausleuchtung der Einsatzstelle ein. Ein Zug des DRK sicherte die Verpflegung der Einsatzkräfte und mit Sanitätskräften den Eigenschutz aller Einsatzkräfte.


Fachkräfte des Landesamtes für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz Nordrhein Westfalen (LAUNV) und der Unteren Wasserbehörde des Ennepe-Ruhr-Kreises waren vor Ort und führten Messungen des Brandrauchs und des Löschwassers durch. Seitens der Technischen Betriebe Herdecke wurde ein Regenrückhaltebecken im Stadtbereich abgesperrt, so dass kein Löschwasser in öffentliche Gewässer oder die Kanalisation gelangen konnte. Nach Auswertung ihrer Messungen werden die zuständigen Behörden entscheiden, wie mit dem aufgefangenen Löschwasser weiter verfahren wird. Bei den Messungen der Fachkräfte des LAUNV im Bereich der angrenzenden Wohngebiete wurden keinerlei bedenkliche Ergebnisse festgestellt. Die Mitarbeiter des LAUNV teilten der Einsatzleitung mit, dass keine Gefahr für die Bevölkerung besteht. Einsatzleiter Hans-Jörg Möller dazu: "Weil uns diese Bestätigung von den Fachleuten anfangs noch nicht vorlag, haben wir vorsorglich die Bevölkerung durch die Polizei auffordern lassen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Sicherheit der Menschen ist unser vorrangiges Ziel. Wir sind froh, nunmehr mit diesen Messergebnissen eine Gefährdung der Bevölkerung ausschließen zu können."

Um ca. 0.00 Uhr hatten die Einsatzkräfte den Brand soweit unter Kontrolle, dass eine weitere Ausbreitung ausgeschlossen werden konnte. Bevor weitere Nachlöscharbeiten zum Ablöschen von Glutnestern in Angriff genommen werden können, muss ein Statiker die Standsicherheit der Halle überprüfen. Gegen 2.00 Uhr wurden die Einsatzkräfte an der Einsatzstelle bis auf einen Löschzug zurück genommen.

 

Nach 26 Stunden Dauereinsatz konnte die Feuerwehr schließlich "Feuer aus" melden. Die Einsatzstelle wurde dem Eigentümer daraufhin übergeben. Zur Sicherheit engagierte er eine Privatfirma, die das zerstörte Gebäude die ganze Nacht auf Glutnester überwacht und sofort die Feuerwehr im Bedarfsfall unverzüglich alarmiert.

Den ganzen Tag waren immer noch 60 Blauröcke im "Vierschichtbetrieb" zu Nachlöscharbeiten und Überwachung der Brandstelle im Einsatz: Mit einem Radlader wurde der noch in der Halle befindliche Abfall (nach Unternehmensangaben 150 Tonnen) von Firmenangehörigen in den Außenbereich gefahren. Glutnester wurden durch die Feuerwehr mit einer Wärmebildkamera aufgedeckt und mit einem C-Rohr sowie teilweise mit einem Wasserwerfer gelöscht. Am Mittag fand gegen 13 Uhr eine Pressekonferenz von Feuerwehr, Stadtverwaltung, Polizei und dem Geschädigten an der Feuerwache statt. Hier wurden die regionalen und überegionalen Medien präzise über den Großeinsatz informiert. Bürgermeister Hans-Werner Koch sowie Geschäfstführer Jürgen Vorberg bedankten sich bei der Feuerwehr für den professionellen Einsatz.

Der Großeinsatz hat allen Herdecker Blauröcken eine Menge Zeit und Arbeitseinsatz abverlangt. "Alle Feuerwehrangehörigen sind in den letzten Stunden an ihre Kapazitätsgrenzen gegangen. Es gab Feuerwehrmänner die mehrfach Atemschutz getragen haben, dann gab es welche, die sich nur wenige Stunden geruht haben um am Schadensort wieder Brandwache schieben zu können", so Pressesprecher Christian Arndt. Eine Einsatzkraft der Feuerwehr Herdecke verletzte sich bei den Löscharbeiten leicht und wurde von den Sanitätern des DRK direkt vor Ort versorgt.

Ein Löschzug der Berufsfeuerwehr Hagen sicherte während des Einsatzes der Freiwilligen Feuerwehr Herdecke den Schutz für die Herdecker Bevölkerung und besetzte die Feuerwache am Herdecker Bach. Ein Rettungswagen sowie ein Krankentransportwagen der JUH-Herdecke stellte den Rettungsdienst für die Stdädte Wetter und Herdecke sicher.

Während der Bereitschaft musste die Feuerwehr Hagen zu einem Einsatz ausrücken. In der Straße "Auf dem Brennen" wurde ein vermuteter Gasaustritt gemeldet. Die Hagener Einsatzkräfte stellten bei der Erkundung der Einsatzstelle fest, dass es sich lediglich um eine defekte Wasseruhr handelte, die ein zischendes Geräusch hervorrief. Dieses Geräusch hatten Bewohner des Hauses als Gasaustritt gewertet und völlig richtig die Feuerwehr alarmiert.