Corona "Massentestung" in Herdecke und Witten – Komplexer Einsatz für Feuerwehr, Johanniter und THW in Herdecke

Nachdem das Gesundheitsamt des Kreises am Montag für insgesamt 270 Schüler und Lehrer der zwei Grundschulen Hüllberg (Witten) und Werner-Richard (Herdecke) häusliche Quarantäne angeordnet hatte, wurden heute bei rund 80 Betroffenen Tests auf den Cornonavirus durchgeführt.

Kreis, Feuerwehr und Hilfsorganisationen arbeiten Hand in Hand

„Zur Teilnahme aufgefordert hatten wir alle, die Symptome zeigen, die auf eine Corona-Erkrankung hinweisen“, erläutert Amtsärztin Dr. Sabine Klinke-Rehbein. Die Testabsage an diejenigen, die beschwerdefrei sind, führte durchaus zu Diskussionen und Nachfragen. Grundlage unserer Entscheidung sind in diesem Fall wie in allen anderen Fällen aber die Richtlinien des Robert-Koch-Instituts. Und diese bewerten Tests bei Menschen ohne Symptome als nicht zielführend“, so Dr. Klinke-Rehbein. Um der aus drei Fahrzeugen bestehenden mobilen Diagnostikflotte des Ennepe-Ruhr-Kreises den Rücken freizuhalten, hatte der Krisenstab entschieden, die Schüler und Lehrer stationär zu testen. Dafür errichteten Feuerwehr und THW, DRK und Johanniter vorübergehend zwei Anlaufstellen in Witten und Herdecke.

Gespenstische Szenerie

„Um sicher arbeiten zu können und dem Verschleppen des Virus vorzubeugen, haben wir Bereiche abgesperrt und auf ein sicheres „Drive in“ Einbahnstraßenprinzip gesetzt“, berichten die örtlichen Einsatzleiter Dirk Lieder (Witten) und Christian Arndt (Herdecke). Die Mehrzahl der zu Untersuchenden, die mit dem PKW kamen, musste so das Fahrzeug gar nicht verlassen. Aber auch auf die wenigen, die zu Fuß kamen, waren die Verantwortlichen entsprechend vorbereitet.

Anhand der vom Gesundheitsamt des Ennepe-Ruhr-Kreises vorbereiteten Listen und Untersuchungsmaterials verteilten die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes beziehungsweise der Johanniter Röhrchen nach Röhrchen. Den nötigen Abstrich machten die Betroffenen dabei jeweils selbst. Ganz oben auf der Liste stand für alle Beteiligten gründlichste Desinfektion und das Arbeiten mit Schutzkleidung und -maske.

„Die damit verbundene Szenerie wirkt natürlich schon gespenstisch. An ihr führte aber kein Weg vorbei, der Schutz der Einsatzkräfte muss natürlich ganz oben stehen“, so Rolf-Erich Rehm, Abteilungsleiter Bevölkerungsschutz der Kreisverwaltung. Sein Fazit. „Das ´Drive-In´ Konzept hat gepasst, es wurde schnell und sehr gut umgesetzt, ein Rad hat ins andere gegriffen."

Blick auf den Abschnitt Herdecke:

Die Einsatzmaßnahme "Massentestung" wurde in Herdecke für die dreißig ehrenamtlichen Einsatzkräfte um 13 Uhr beendet. Ein Dank geht an die Johanniter-Unfall-Hilfe, an das Technische Hilfswerk Wetter / Herdecke sowie an den Ennepe-Ruhr-Kreis für die gute Zusammenarbeit.

Die Planung der Einsatzlage musste seit Dienstagnachmittag innerhalb kürzester Zeit durchgeführt werden. „Unsere Einsatzkonzepte haben gegriffen und unsere eingehenden Vorbesprechungen am Dienstag und Mittwoch haben sich ausgezahlt“, so Christian Arndt. Er dankt neben seinen Einsatzkräften auch den betroffenen Eltern, Schülerinnen und Schülern für die gute Disziplin und Geduld an der Einsatzelle und auch den Lehrern für die gute (Vor) Abstimmung und Kommunikation in dieser schwierigen Lage. Positiv ausgezahlt hat sich auch die gute Einsatzverpflegung der Johanniter an der Einsatzstelle. Aus einem Küchenkraftwagen wurde unter verschärften hygienischen Bedingungen Kaffee und belegte Brötchen ausgeteilt.

Leider mussten wir auch zwei Anzeigen erstatten: Zwei Bürger (keine Eltern oder Beteiligte) konnten die wichtigen Absperrungen nicht akzeptieren und beleidigten daraufhin die Einsatzkräfte und drohten ihnen sogar Schläge an. Hier fahren wir die 0-Toleranz Grenze und bringen dies sofort zur Anzeige. Die Polizei EN, die stets in Kontakt mit der Feuerwehr stand, war schnell vor Ort und konnte die beiden Bürger sofort stellen.

Während des Einsatzes war die Feuerwache mit zehn Einsatzkräften und einem weiteren Führungsdienst besetzt. Die Kräfte sicherten den wichtigen Grundschutz. Die ehrenamtlichen Kräfte rückten derweil zu einer hilflosen Person hinter einer Wohnungstür in die Straße Rostesiepen aus.

Quelle: Pressestelle EN-Kreis.